Schützen im Kraftwerk Lippendorf: Staunen über Riesendynamo
Jeder Autofahrer sieht auf der A9 bei Leipzig die gigantischen Kühltürme in den Himmel ragen: Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf spuckt dort seinen weißen Wasserdampf in den Himmel. Der Hightech-Koloss ist von ungeheurer Präsenz. Es schluckt Unmengen von Braunkohle und macht daraus elektrischen Strom für zwei Millionen Haushalte.
Jetzt haben der Schützenverein und die Dorfgemeinschaft Hainbronn die "Anlage der Superlative" besucht. Beeindruckend: Das Lippendorfer Kraftwerk funktioniert vollautomatisch. Im hochmodernen Kontrollraum sitzen nur wenige Facharbeiter. Lediglich zwei Dutzend Mitarbeiter sind während des laufenden Betriebes des 1999 ans Netz geschalteten Kraftwerkes im Einsatz. Das Miniteam hat alles im Griff - freilich auch dank des Einsatzes von Pumpen und Technik der Pegnitzer KSB im modernsten Kohlekraftwerk der Welt.
Bilder Kraftwerk |
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Die beiden Kühltürme des Braunkohlekraftwerkes sind 174 Meter hoch. Wie gigantisch das ist, macht ein Vergleich deutlich: Neben den Riesentürmen würde sich der Kölner Dom klein ausnehmen: Die dritthöchste Kirche der Welt ist zwanzig Meter niedriger. Etwa auf dieser Höhe blickte die Hainbronner Besuchergruppe auf der Aussichtsplattform auf den Koloss, für dessen Errichtung 2,3 Milliarde Euro nötig waren.
In Lippendorf werden Tag für Tag 35 000 Tonnen Braunkohle verbrannt. Sie wird in einem 160 Meter hohen Ofen verfeuert. Im Brennkessel herrschen 1250 Grad Celsius. Wasser wird auf mehr als 500 Grad Celsius erhitzt. Ein Blick durch eines der Sichtfensters ließ die gewaltige Energie nur erahnen. Denn der heiße Dampf rast durch Rohre zu einer Turbine und treibt sie an. Auch dieses 52 Meter lange Monstrum hält einen Weltrekord: Es ist die größte Turbine, die in einem Braunkohlekraftwerk arbeitet. Die Turbine treibt einen Generator an, der elektrischen Strom erzeugt. 920 Megawatt Strom schafft der Riesendynamo: das entspricht einer Leistung von 1,3 Millionen PS.

Auch wenn aus den kegelförmigen Türmen Tag und Nacht weißer Wasserdampf quillt, ist das Kraftwerk in Sachen Umweltschutz Weltspitze, erfuhr die Hainbronner Besuchergruppe. Giftiger Rauch wird nach der Verbrennung in einer Anlage mithilfe eines Elektrofilters entstaubt.
Tipp: Infos zum Braunkohlekraftwerk Lippendorf...
Anschließend wird das Rauchgas in riesigen Behältern mit einem Kalk-Wasser-Gemisch berieselt. Dabei läuft ein chemischer Prozess ab, bei dem als Hauptprodukt Gips entsteht. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Umwelt wird so wenig wie möglich belastet und man erzeugt ein Produkt, dass stark nachgefragt wird.
Bilder Schleenhain |
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Nach dem Rundgang duch das Kraftwerk ging es weiter zum Tagebau Schleenhain. Von dort wird über eine 14 Kilometer lange Bandanlage die Braunkohle zum Kraftwerk gebracht. Zwischengeschaltet ist ein Kohlemisch- und Stapelplatz, der etwa 400 000 Tonnen Rohbraunkohle auf Vorrat halten kann. Hier wird der Rohstoff gebrochen und die unterschiedlichen Kohlequalitäten der Flöze ausgeglichen. Vor allem bei den älteren Hainbronnern wurden Erinnerungen an den Tagebauabbau in Pegnitz wach, prägten doch zum Ende des Eisenerzabbaus in Pegnitz auch dort Halden das Bild.
Bilder Altenburg |
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Anschließend ging es nach Altenburg - weltberühmt als Stadt der Spielkarten. Dort bestaunten die Hainbronner die Pracht im Resdenzschloss und der Kirche. Zuletzt bestiegen die Schützen den Bismarckturm in Ronneburg.
Artikel vom 19. Juli 2009
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