Dorfschießen Hainbronn - Allein der olympische Gedanke zählt
20 Schuss mit dem Luftgewehr auf eine Scheibe in 10 Meter Entfernung und ein Schuss für den Geburtstagspokal von Stadtrat Karl Lothes - müsste doch machbar sein. Ein Schuss auf der Kirmes geht doch schließlich auch. Schließlich schießt Lothes mit Stadtratskollegen Oliver Winkelmaier am Schießstand nebenan.

Von wegen! Titel und Pokal für den Sieger des Dorfschießens zum Hainbronner Dorffest am 12. und 13. Juli sind redlich verdient. Wir sprechen aus Erfahrung. Denn der Wettkampf am Schießstand der Hainbronner Schützen im Dorfgasthaus ist eine sportliche Herausforderung.

Die Einweisung war kompetent, selbst ein Anfänger kommt mit dem Luftgewehr sofort klar. "Der Schütze ist bestrebt die Mitte einer Schießscheibe zu treffen, die 10 Meter entfernt ist. Der Durchmesser der „Zehn“ beträgt 0,5 Millimeter mit +/- 0,1 mm Toleranz. Dazu zielt er oder sie mit Hilfe eines Diopters und eines Ringkorns und betätigt den Abzug", so die offizielle Schreibweise.
Klar, besonders wichtig ist dabei eine ruhige Hand und Konzentrationsvermögen des Schützen.
Bis zum Alter von 45 Jahren wird Luftgewehr grundsätzlich stehend freihändig geschossen, wobei der Schütze ohne Anlehnung und künstliche Stützen stehen muss. Leicht dahingeschrieben der Satz im Lehrbuch. Mit der Waffe in der Hand ist das Zielen für Ungeübte aber ganz schön schwer. Macht nichts, allein der olympische Gedanke und die Gaudi zählt.
Eingeladen zum Dorfschießen haben traditionell Schützenverein und Feuerwehr. Für die aktiven Schützen geht es daher auch um den Kirchweihpokal. Verständlich, dass neben Erfahrung und Konzentration auch in dieser Sportart die Ausrüstung ganz entscheidend für das Ergebnis ist.
So sind Luftgewehrschützen im Allgemeinen mit „schwerem Gepäck“ in Form von Gewehrtasche und Sporttasche unterwegs. Schießjacke und Schießhose aus festen Leinen geben dem Körper Halt, dürfen ihn aber nicht unzulässig stützen. Schießschuhe mit flacher Sohle bieten sicheren Stand und ein Schießhandschuh entlastet die Stützhand wie Herbert Hofer auf dem Bild zeigt.

Durch Funktionsunterwäsche und eine besonders gepolsterte Strickjacke wird die „Rüstung“ komplettiert. Schützen mit Sehschwäche benutzen meist auch noch eine spezielle Schießbrille, die die Linse so vor dem Auge platziert, dass das Auge durch das Zentrum der Linse auf die Zielscheibe blicken kann. Die Linse darf das Ziel aber nicht vergrößern, sondern nur scharf darstellen. Erst Schützen ab 46 Jahren dürfen ein Adlerauge mit maximaler Vergrößerung von 1,5-fach verwenden. Übrigens: Ein solches "Adlerauge" hätte auch uns gut getan. Spass hat es trotzdem gemacht.
Die Siegerehrung des Dorfschießens ist am Sonntag, 13. Juli, ab 19.30 Uhr vor dem Feuerwehrhaus. Am Nachmittag gibt es ab 16.30 Uhr die Preise für das Gaualters- und Seniorenschießen.
Artikel vom 4. Juli 2008
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