Hainbronner Sportlerin Kerstin Ehler: In der "Hölle von Rodgau"
Saisonauftakt für die Hainbronner Läuferin Kerstin Ehler: Beim Rodgau Ultramarathon benötigte die 42-Jährige für 50 Kilometer auf eisiger Strecke 5:06:10 Stunden. In ihrer Altersklasse wird die frühere ASV-Sportlerin mit Platz 13 notiert. Unter 81 Frauen im Ziel kam sie damit auf Rang 33.
«Der Ultramarathon mitten im Winter in der hessischen Provinz ist Kult», sagt Kerstin Ehler. Denn wer als Ultra-Läufer unterwegs ist, kommt nach Rodgau. Wer nicht da ist, wird vermisst. Wer zweimal fehlt ist out, heißt es in der Laufszene. Über 1100 Anmeldungen lagen dem Rodgau Lauftreff (RLT) vor. 654 Läuferinnen und Läufer waren bei eisigen Temperaturen schließlich unterwegs, aber lediglich 410 Finisher erreichten das Ziel. Viele Sportler - selbst «harte Hunde» - stiegen bei den widrigen Temperaturen vorzeitig aus.
«Die Ultra-Laufszene ist doch irgendwie ein anderes Völkchen», beschreibt die Ausdauerläuferin die Stimmung beim Saisonauftakt der deutschen Ultra-Läufer. «Vielleicht liegt es ja daran, dass in Rodgau nicht jeder «Marathontourist» antritt. So ging mancher Starter die 50 Kilometer «mal so nebenbei an», schließlich stehen in den nächsten Monaten 100- Kilometer-Läufe, Sechs-Tage-Rennen und Extrembergläufe bevor. «Man kennt sich . . . und ich war mittendrin», schwärmt die Pegnitzerin daher noch Tage später von der fantastischen Stimmung auf dem Fünf-Kilometer-Rundkurs.
Lediglich die Laufstrecke hatte es in sich. Kerstin Ehler: «Nicht das Profil war das Problem, sondern der ,Belag‘». Der Waldweg war eisig, der Untergrund teilweise schneebedeckt. Für die Pegnitzerin war eher der Schnee das Problem: «Mit jeder Runde wurde der Kurs weicher und bei jedem Schritt musste ich Acht geben, dass ich nicht wegrutsche.»
Marschroute für den inzwischen vierten Ultra-Lauf der früheren Handballerin war ein Sechs-Minuten-Schnitt über die gesamte Distanz. Die Hainbronnerin war am Anfang sogar ein bisschen schneller, denn die Runde war sehr abwechslungsreich. Die zweieinhalb Stunden bis zur 25-Kilometer-Marke vergingen dann auch richtig schnell.
Schnee kostet Kraft
Bei Kilometer 30 lag die Hainbronnerin sogar deutlich über ihrem gesetzten Ziel. Doch mit zunehmendem Schneetreiben wurde die Strecke immer schwerer, der Schnee immer tiefer. «Das zehrte an meinen Kräften. Von Kilometer 35 bis 45 musste ich kämpfen und verlor einiges an Zeit.»

Nach 5:06:10 Stunden kam die Oberfränkin dann bei dichtem Schneegestöber zufrieden ins Ziel, obwohl der Saisoneinstieg einiges abverlangt hat. Dafür darf sich die Läuferin jetzt «Überlebende der Hölle Rodgau» nennen, denn so drastisch hat das Internetportal Laufreport den Ultra-Lauf beschrieben. Kerstin Ehler nimmt die Strapazen inzwischen mit einem Lächeln. «Die Hölle habe ich mir bisher freilich anders vorgestellt. Vor allem wärmer».
Mehr dazu auch in Kerstins Laufblog .....
Artikel vom 05. Februar 2010

