Metropolmarathon - Beste Stimmung auch bei der Neuauflage
Einen "Jahrtausendmarathon" und noch dazu in der Region, den müssen wir mitlaufen, schließlich wird einem im Leben ein solches Erlebnis und vor allem einmaliges Finischer-Shirt kein zweites Mal geboten. Dies sagten wir uns im vergangenen Jahr, als wir beim Fürth-Marathon anläßlich der 1000-Jahr-Feier der Kleeblattstadt die 42,195 Kilometer unter die Laufschuhe nahmen. Klasse Wetter, gute Zeiten, prächtige Stimmung – die „Eintagsfliege“ sollte nicht nur im Laufkalender mit besten Erinnerungen an das Stadtjubiläum abgehakt sein.
Von wegen: Auch die Neuauflage in diesem Jahr, der Metropolmarathon in Fürth, war am Sonntag fest in der Hand von Läufern aus Franken. Diesmal nahmen wir die Halbdistanz in Angriff.
Und trafen schon bei der Abgabe der Kleiderbeutel auf den ersten Bekannten: Günther Kiefhaber aus Pegnitz (links). Kurzer Plausch vor dem Warmlaufen, dann ging es schon los.
Die zweite Überraschung unterwegs: Kiefhabers Sparkassen-Kollege und Hainbronner "Gmaahaushocker" Peter Wittmann klopfte uns im Pulk auf die Schulter. Klasse! Gut drauf! Etwa schon im "Runners High"?

Uns alle erwartete 21,2 Kilometer grobes Straßenplaster, Baustellen in der Innenstadt, aber auch knie- und knöchelfreundliche Waldabschnitte, die es körperlich und emotional in sich hatten, die aber auch mit Kuriositäten behaftet waren.
Triathlet Hannes Schmidt musste beispielsweise nur 19 Kilometer laufen. Der Mountainbiker, der den Führenden begleitete, war am Schluß falsch abgebogen und hatte aufs Versehen eine Abkürzung genommen. Ärgerlich, macht aber nichts. Die Leistung des zweifachen Nürnberg-Marathon-Siegers war dennoch beeindruckend.
Bei unserem Zieleinlauf war dann längst wieder alles korrekt. Die Zielvorgabe – gemeinsam starten, gemeinsam laufen, gemeinsam finischen – mit der vorgegeben Marke „sub zwei Stunden“ wurde optimal erreicht.
Die Zeit war auch diesmal Nebensache. Denn wir liefen mit dem Nürnberger Ultraläufer Bernhard Nuss (links) für einen guten Zweck.
Mit vielen anderen Hobbyläufern aus der Region reihten wir uns im Rahmen der Benefiz-Aktion für das Down-Syndrom InfoCenter in Lauf. a.d. Pegnitz für einen guten Zweck in die Liste prominenter Starter ein. Immerhin kamen 5100 Euro an Spenden zusammen.

Bekannteste Starter im Never walk alone Team Nürnberg:Klaus L. Wübbenhorst (Chef des Marktforschungsinstituts GFK) als Schirmherr, Nürnbergs Bürgermeister Klemens Gsell als Marathon-Debütant, sowie die Oberbürgermeister Siegfried Balleis (Erlangen) und Thomas Jung (Fürth) in der Startaufstellung.

Daumendrücken - zum Glück nur symbolisch - und ein letztes Bussi vor dem Startschuss (oben) gab es von Frankens Promi-Bodyguard Peter Althof, selbst begeisteter Hobbyläufer und Förderer des Nürnberger Laufteams.

Schon am Vortrag des Laufes hatte sich Fürth bestens für das Sportwochenende präpariert gezeigt. Eine informative Marathonmesse bei der Kurzentlossene noch rasch ein Shirt oder günstige Schuhe für den nächsten Lauf als "Schnäppchen" erhalten konnte, Tipps zur richtigen Ernährung und Infostände für die großen Marathons lockten ebenso wie packende Kinderläufe, der Musikmarathon der Fürther Musikgruppen und beißende Rockmusik vom Feinsten auf der Fürther Freiheit.
Attraktion war freilich auch der Volleyball-Beach-Cup der Profis um deutsche und bayerische Ranglistenpunkte.
Schließlich war für die meisten der 4500 Starter am Marathontag das Ergebnis auf der Stoppuhr reine Nebensache. Für den, der wollte gab es unter dem Motto „Laufen für Jesus“. Handgestoppte 42, 195 Minuten schnell und originell.
Angefeuert wurde jeder Läufer, jede Läuferin, die auf der Zielgerade nur noch wenige Meter hatten. Besonders beeindruckend der Zieleinlauf des Siegers Frank Zocher. Nur noch 100 Meter, die Beine wollen nicht mehr, der 39jährige torkelt, fällt hin, rappelt sich wieder auf und gewinnt.
Wer den Zieleinlauf nochmal erleben möchte, hier das Video:
Was für ein Kontrast, als mit Kerstin Steg die erste Frau ins Ziel kommt. Orangene Sonnenbrille, frisch, wie vor dem Start und umringt von zwei Dutzend Fans. Zweiter Start, erster Sieg. Gratulation auch von uns.

Übrigens: Nächste Jahr geht der Metropolmarathon in eine weitere Runde, versprach Fürths Oberbürgermeister den Startern aus der Region. 2010 ist dann vielleicht ein „echter“ Metropolmarathon angesagt – durch Nürnberg, Fürth und Erlangen. Wir wären jedenfalls mit dabei.
Artikel vom 16. Juni 2008

