Großbrand von Hainbronn: Angeklagter verweigert Aussage

Die Hainbronner Feuerwehr beim Großbrand im Dorf

Zum Prozessauftakt um den Großbrand von Hainbronn hat der inzwischen 39 Jahre alte Angeklagte "weder Angaben zu seiner Person, noch zur Sache gemacht", so die Nordbayerischen Nachrichten. Der Mann beruft sich auf sein Aussageverweigerungsrecht. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in der Nacht vom 5 auf den 6. Juni des vergangenen Jahres das landwirtschaftliche Anwesen seines Bruders in Brand gesteckt und rund 700 000 Euro Sachschaden verursacht zu haben.

"Der Mann soll an einer schweren Psychose leiden und deshalb schuldunfähig sein. Aus diesem Grund hat das Gericht darüber zu entscheiden, ob der Angeklagte auf Dauer in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden soll", melden die Nordbayerischen Nachrichten.

Sicher ist laut Zeitung "bislang nur, dass der Brand ein riesiges Ausmaß angenommen und die Feuerwehrleute viele Stunden lang in Atem gehalten" hatte. "Es war schon von weitem zu sehen, was uns erwartet", berichtete der Einsatzleiter der Feuerwehr. Mehrere Wehren, teilweise sogar aus der benachbarten Oberpfalz, seien mit insgesamt rund 200 Kräften vor Ort gewesen, sagte der Mann vor Gericht.

"Ob der Angeklagte allerdings wirklich der Brandstifter war", dafür gibt es laut Nordbayerischen Nachrichten "bislang noch keinen Beweis". Fest stehe, dass der Mann nachts gegen 3 Uhr vor Ort war und als erster geschrieen habe: "Der Stodl brennt". Weiter heißt es: "Auch die gellenden Schreie seiner Mutter hatten einige Anwohner gehört, da sie davon aus dem Schlaf gerissen wurden. Ein Beamter der Polizeiinspektion Pegnitz räumte ein, dass der Angeklagte damals bei seiner Festnahme völlig wirr und zusammenhanglos geredet hatte. Dabei sei auch von Terroristen die Rede gewesen, vor denen der Angeklagte die Einwohner von Hainbronn schützen müsse".

"Die psychische Erkrankung des gelernten Industriekaufmanns ist im Ort kein Geheimnis", so die Zeitung weiter. Seit dem Brand scheint im Dorf allerdings Unfrieden zu herrschen. Die Nordbayerischen Nachrichten schreiben: "Das Verhältnis zu Nachbarschaft sei extrem schwierig, sagte der Bruder. Für einen Neubauplan habe er von den Nachbarn keinerlei Unterstützung erfahren. Einer der Nachbarn habe sogar den Antrag gestellt, dass an der Stelle des abgebrannten Stalles kein neuer entstehen dürfe. Für den Prozess ist noch eine Vielzahl von Zeugen geladen. "

Link:

Ausführlicher Gerichtsbericht der Nordbayerischen Nachrichten zum Großbrand von Hainbronn...

Artikel vom 27. Januar 2009

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