Bayreuther Landrat ist nun Herr auf dem Hainberg

 Imposanter blick vom Hainberg in Hainbronn auf Pegnitz und den Schlossberg

Wenn Landrat Hermann Hübner bei einem Besuch im Pegnitzer Ortsteil Hainbronn einen prächtigen Blick über Pegnitz genießen will, kann er dies nun auf eigenem Grund und Boden tun: Denn der Hainberg - mit 565 Meter immerhin höher als der Aussichtsturm am Pegnitzer Schlossberg (545 Meter) - gehört künftig dem Kreis Bayreuth.

Nutznießer sind aber auch viele Landwirte aus dem Dorf. Nach der Auflösung der Hainbronner Waldbauerngemeinschaft hat sich niemand gefunden, der die ökologisch wertvollen Wiesen auf dem Hainberg pachtet und pflegt. Kurzerhand haben der Landkreis Bayreuth und die Stadt Pegnitz daher in einem Gemeinschaftsprojekt die rund zehn Hektar ehemaligen Hutungsflächen von den Hainbronner Bauern gekauft.

Der Grund: Laut Naturschutzbehörde stellen die Wiesen "einen landschaftlich wie ökologisch sehr wertvollen und artenreichen Biotopkomplex dar". Die in der Verwaltungssprache sogenannten "Offenlandbereiche" umfassen zudem den als Wander- und Naherholungsgebiet bedeutsamen Gipfel des Hainbergs. Ein Aspekt, der vor allem die Wanderer und Mountainbiker freuen wird, die an schönen Tagen den kilometerweiten Blick rund um Pegnitz genießen.

Der Kauf der Hainberg-Wiesen ist eines der großen Projekte im Natur- und Umweltschutzprogramm des Landkreises Bayreuth. Rund 100 000 Euro sollen im laufenden Jahr dafür ausgegeben werden. Für den Hainberg fallen davon allein knapp 20 000 Euro an.

Schützenswerte Natur am Hainberg in Hainbronn

Nach den Worten von Landrat Hermann Hübner sind die Verhandlungen über den Kaufpreis mittlerweile abgeschlossen. Die Regierung hat einen Zuschuss von 85 Prozent aus Mitteln des Freistaates und der Europäischen Union in Aussicht gestellt. Die Stadt Pegnitz ist bereit, sich mit weiteren fünf Prozent an den auf den Landkreis entfallenden Grunderwerbskosten in einer Höhe von rund 19 500 Euro zu beteiligen, außerdem kommt die Hälfte der Nebenkosten von rund 700 Euro aus der Stadtkasse.

Die Hainbronner Waldbauern hatten sogar noch Glück, dass der Verkauf so rasch über die Bühne gehen konnte. Denn dem Landkreis Bayreuth bleibt für sein Naturschutzprogramm 2010 nicht viel übrig. Etwa 20 000 Euro müssen noch für den Abschluss von Arbeiten aus dem vergangenen Jahr aufgewandt werden. Außerdem müssen mit einem großen Teil des Geldes laufende Kosten für Dauerpflegemaßnahmen in der Fränkischen Schweiz und im Fichtelgebirge beglichen werden. "Unser finanzieller Rahmen ist ausgeschöpft", sagt Landrat Hermann Hübner, der sich dennoch freut, dass auf dem Hainberg vor den Toren Pegnitz der Naturschutz weiter Vorrang genießen kann.

Für das Jahresprogramm 2010 hat der Landkreis Bayreuth trotzdem einige Schwerpunktmaßnahmen geplant, zu denen unter anderem die Bekämpfung des Riesenbärenklaus sowie die Sicherung und Optimierung von Fledermausquartieren in Obernsees zählen. Weitere Vorhaben sind der Aufbau einer Fledermausdatenbank und die Bisambekämpfung zum Schutz von Vorkommen der Bachmuschel.

Artikel vom 17. April 2010

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