Patenboot "Pegnitz" von UN-Einsatz im Libanon zurück
Erinnerung an unseren Besuch auf der Brücke
Das Pegnitzer Patenboot "Pegnitz" kehrt am heutigen Sonntag von seinem viermonatigen UNIFIL-Einsatz vor dem Libanon in den neuen Heimathafen Kiel zurück. Zusammen mit dem Minenjagdboot "Laboe" haben beide Schiffe jeweils über 17.000 Seemeilen - das sind rund 30.600 Kilometer - zurückgelegt und gemeinsam fast 180 Schiffe im Auftrag der Vereinten Nationen (UNO) nach ihrer Ladung abgefragt.
Die Besatzungen der deutschen Marineboote trainierten während ihres Einsatzes Soldaten der libanesischen Streitkräfte auch in moderner Schiffssicherung sowie in Such- und Rettungsmaßnahmen (SAR). Gleichzeitig arbeiteten die deutschen Seeleute mit den Radarstationen des Libanons zusammen und koordinierten gemeinsam die Seeraumüberwachung. Die Küstenradarkette wurde von Deutschland aufgebaut und finanziert, schreibt die Marine.
Wie reibungslos die Arbeit auf See ablaufen muss, darüber konnten wir uns im Sommer 2005 überzeugen, als wir von der Bundesmarine im Rahmen des letzten Familientages auf dem früheren Stützpunkt Olpenitz bei Kappeln an der Schlei von der Besatzung durch das Boot geführt wurden.
Die Kontakte hatten wir seinerzeit mit Offizieren des Bootes geknüpft, die im Rahmen der Patenbesuche nach Pegnitz und auch zu uns nach Hainbronn gekommen waren. "Klasse, die Führung damals", schwärmen wir noch heute vom Besuch am Pier in Olpenitz.

Das Hohlstablenkboot M 1090 "Pegnitz" gehört zum 5. Minensuchgeschwader, mit dem die Stadt Pegnitz seit Jahren eine gut funktionierende Patenschaft verbindet. Es ist 18 Knoten - das sind rund 32 Stundenkilometer - schnell. Wegen dieser Schnelligkeit und den besonderen Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung mit den Radargeräten wird es im Seegebiet vor dem Libanon eingesetzt. Kommandant ist derzeit der 35-jährige Korvettenkapitän Mario Bünnagel. Seit dem 27. Oktober dieses Jahres ist er der Chef von 39 Besatzungsmitgliedern, darunter vier Frauen.
Heute sagt der Kommandant der "Pegnitz": "Mit dem UNO-Einsatz wurde ein wichtiger Beitrag zum Unterbinden des Waffenschmuggels über See geleistet". Das Minenjagdboot "Laboe" hatte zu Beginn des Einsatzes im Mittelmeer sogar elf afrikanische Flüchtlinge retten müssen, die zu ertrinken drohten.
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Aufgrund der aktuellen Gefährdungslage in Beirut war es Soldaten aber nicht möglich, die Stadt zu besuchen. Sie sahen die Metropole nur vom Hafen aus. Nach ihrer Heimkehr werden die Besatzungen Urlaub machen, danach beginnen die Einsatznachbereitungen der Boote. Hierzu gehört zum Beispiel die Rückgabe von jetzt überflüssigem Material.
Das Einsatzgebiet von UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon, zu Deutsch: Interimstruppe der Vereinten Nationen in Libanon) umfasst zu Lande seit März 1978 das Gebiet des Südlibanons. Ferner gehört seit September 2006 ein Seegebiet vor der libanesischen Küste dazu. Es entspricht der Größe des Landes Schleswig-Holstein. Deutsche Einheiten werden gemäß eines entsprechenden Ersuchens des Libanons mit Schwerpunkt Seeraumüberwachung sowie zur Sicherung des Landes von der Seeseite her eingesetzt. Die Deutschen Marineeinheiten sind in Limassol auf Zypern stationiert. Die Boote sind während des Auslandseinsatzes meist sechs Tage lang auf See, um das zugewiesene Seegebiet zu kontrollieren. Danach geht es für zwei Ruhetage nach Limassol. Dort sind die Boote von den Besatzungen zu warten und zu pflegen.
Artikel vom 16. November 2008

